MWGFD-Podcast Nicole Hess

MWGFD-Podcast
Nicole Hess

Johannes Clasen im Gespräch mit der ehemaligen Flugbegleiterin und heutigen Bundestagsabgeordneten Nicole Hess über ihre persönlichen Erfahrungen während der Corona-Zeit – beruflich wie privat.
Zu Beginn der Pandemie hatte sie die Bilder aus China mit einer Mischung aus Neugier und Beunruhigung erlebt. Wirkliche Angst habe sie zunächst nicht verspürt, das Geschehen erschien ihr weit entfernt. Das änderte sich, als sie in Nairobi erlebte, dass die Crew einer KLM-Maschine wegen eines Corona-Verdachtsfalls umkehren musste. In diesem Moment wurde die Bedrohung für sie greifbar.
Als großes Glück beschreibt sie, dass sie während der Corona-Zeit ein stabiles Umfeld hatte – sowohl im Beruf als auch privat mit ihrem Mann. Für beide war früh – spätestens seit dem öffentlichen Auftritt von Bill Gates im deutschen Fernsehen – klar, dass sie sich nicht impfen lassen würden – wohlwissend, dass dies für den Fall einer verbindlichen Impfpflicht für Flugbegleiter mit der Aufgabe ihres Berufs verbunden gewesen wäre.
In der Praxis war ihre Entscheidung mit erheblichen Herausforderungen verbunden. Die Dienstplangestaltung verkomplizierte sich, da sich Einreisebestimmungen ständig änderten und sie als Ungeimpfte nicht sicher sein konnte, in welche Länder sie noch einreisen durfte. Halt und Orientierung fand sie in dieser schwierigen Situation in einer großen Telegram-Gruppe gleichgesinnter Lufthansa-Mitarbeiter. Diese Solidarität habe ihr geholfen, sich nicht isoliert zu fühlen.
Das Schicksal einer Freundin in Spanien, die sich unter großem gesellschaftlichem Druck impfen ließ und kurz darauf an einem Schlaganfall starb, prägte ihre Sicht auf mögliche Impfschäden. Nicole Hess geht davon aus, dass das tatsächliche Ausmaß der Schäden nicht vollständig aufgearbeitet werde. Dabei verweist sie auch auf den weltweiten Geburtenrückgang, der ihrer Meinung nach in dem Zusammenhang ebenfalls kritisch betrachtet werden müsse.
Große Hoffnungen hatte sie in die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages gesetzt, empfindet deren Arbeit jedoch als Showprozess, der bisher leider keinen Erkenntnisgewinn bringen würde. Ihr Anliegen ist eine gesellschaftliche Aufarbeitung des Geschehenen ohne Vorwürfe, die Anerkennung von Impfopfern sowie eine Rehabilitierung derjenigen, die durch öffentliche Diskreditierung Schaden erlitten haben. Zugleich kritisiert sie fehlende Anlaufstellen, mangelnde medizinische Diagnostik – etwa bei PostVac – und begrenzte Entschädigungsmöglichkeiten.
Das Gespräch endet mit einem Appell: Die Menschen sollten den Mut haben hinzuschauen, nein zu sagen, eine „gesunde Wut“ zuzulassen und auf ihren Grundrechten zu bestehen – insbesondere auf der im Grundgesetz verankerten Meinungsfreiheit.

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