veröffentlicht am 31.08.2026; Autor: Prof. Harald Walach
Ein Buchbesprechungsessay zu Jakob Nordangård (2026):
Die digitale Weltkontrolle: Die UN Agenda, der Zukunftspakt und die Abgabe der Freiheit.
Swalmen: Etica Media. 302 S.
Hardcover, ISBN 9789 0835 25969, 25 €
Das Gegenteil von gut ist bekanntlich nicht schlecht, sondern gut
gemeint. Dieser alte Spruch fiel mir ein, als ich Nordangårds Buch las. Er
bespricht dort die UN Agenda 2030 und den Bericht von UN Generalsekretär Guterres aus dem Jahre 2022 „Unsere Gemeinsame Agenda“. Dieser Bericht hat die Umsetzung dieser Agenda 2030 zum Ziel. Nordangård analysiert die dort vorgeschlagenen Punkte und kommt zu dem vernichtenden Urteil, dass hinter den schönen Worthülsen faschistoide Tendenzen lauern, die unsere politische Welt, so wie wir sie kennen, auflösen werden, wenn alles so umgesetzt wird, wie geplant.
Bevor ich etwas ins Detail gehe, will ich meine Interessenskonflikte
klarlegen: Ich kenne die beiden anderen Bücher von Nordangård, „Rockefeller – Controlling the Game“ und „Der globale Staatsstreich: Die Agenda, die Akteure und die Methoden…“ [1, 2] und fand sie extrem gut dokumentiert und sehr überzeugend argumentiert. Ich habe in der Folge ein ausführliches Zoomgespräch mit Jakob Nordangård geführt, das mich davon überzeugt hat, dass er kein Schaumschläger ist. Der Verlag, Etica Media, hat meinen Corona-Roman „Verschachtelte Wahrheit“ publiziert [3]. Das stimmt mich zwar wohlwollend, wird mich aber nicht hindern, auch ein paar kritische Worte zu finden.
Historischer Kontext
Die Vereinten Nationen stellen den dritten Versuch in der neueren Zeit dar, ein Lenkungs- und Koordinationsgremium zu schaffen. Der erste Versuch, der „Wiener Kongress“, entstand nach dem Fiasko der Napoleonischen Kriege und diente der Neuordnung eines möglichst friedlichen Europas. Das hielt einige Jahre bis sich das aufstrebende Preußen unter Bismarck erst im Krieg gegen Dänemark 1864, dann gegen Österreich 1866 und schließlich gegen Frankreich 1870/71 durchsetzte und damit das deutsche Kaiserreich unter preußischer Herrschaft begründete.
Immer wieder war vorher, seit dem Westfälischen Frieden 1648 folgende Makrobewegung sichtbar: kleinere Staaten wurden durch Heirat oder Verbünde zu größeren Staatsgebilden zusammengefasst, oder unter Napoleon durch Ordre von oben, oder durch die Verträge nach dem Wiener Kongress, oder unter Bismarcks Einfluss mit Macht und Gewalt. Manchmal folgten kleinere Staaten auch der pragmatischen Einsicht, dass sie im Verbund mit anderen besser geschützt und einflussreicher wären. Das ist zwar kein Naturgesetz. Denn es gibt Gegenbeispiele: die Schweiz, die als Föderation kleiner Kantone ihre Eigenheit bewahrt hat; Liechtenstein, Monaco, Andorra, San Marino, der Vatikan, alles Kleinstaaten in Europa, die sich eine gewisse Autonomie gesichert haben und gut funktionieren. Aber die große Bewegung ist deutlich: größere Einheiten aus kleineren Staaten schließen sich zusammen. Die Bundesrepublik Deutschland als föderales Staatsgebilde lässt diese Historie noch erkennen.
Als sich Europa im Ersten Weltkrieg selbst zerfleischt hatte, war ein Ergebnis der Friedensgespräche der Völkerbund als Bund von Staaten, der durch Gespräche, Kommunikation und Entschlüssen nach Möglichkeit einen Krieg verhindern sollte. Hat nicht geklappt, wie wir wissen. Hitler ignorierte schlicht alle Beschlüsse des Völkerbundes und marschierte in den Krieg.
Nach dem Zweiten Weltkrieg rappelte sich die Welt erneut auf. Größer diesmal, umfassender, die ganze Welt umspannend: die Vereinten Nationen. Der Ölmagnat John D. Rockefeller war der erste große Sponsor, indem er den Vereinten Nationen Land in New York gab, um dort ihr Hauptquartier zu errichten und Geldmittel zur Verfügung stellte. Der amerikanische Präsident Harry Truman ernannte Eleanor Roosevelt, die Witwe des früheren Präsidenten der Vereinigten Staaten zur ersten Botschafterin. In Nordangårds Buch über die Rockefellers kann man nachlesen, wie eng die Beziehung von Eleanor Roosevelt zu diesem Familenclan war und wie stark die Rockefeller-Familie die Vereinten Nationen zu ihrer eigenen Sache machte: Die Idee war, eine neue Weltordnung und eine neue Weltregierung zu schaffen – auf lange Sicht, über Generationen hinweg. Die Vereinten Nationen entstanden also als Antwort auf die Einsicht, dass es einer koordinierenden Instanz bedarf, die verhindern sollte, dass es wieder zu solch katastrophalen Kriegen wie den beiden Weltkriegen kommen sollte. [4] Von Anfang an stand die Idee einer „Global Governance“, einer Weltregierung, im Raum. Rockefeller und viele andere trugen diese Idee vor sich her. Der Sicherheitsrat, dem die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs plus x angehören, sollte als Aufsichtsratsgremium der Welt dienen.
Bislang, so könnte man sagen, hat die UN diese Aufgabe der weltweiten Koordination manchmal schlecht, sehr oft recht gemacht. Das Massaker von Srebrenica haben die holländischen UN-Truppen nicht verhindert. Aber in Afrika und anderswo haben UN-Friedens- und Interventionstruppen Zusammenstöße verhindert bzw. für Ruhe gesorgt. Und nicht in wenigen Fällen haben UN-Vermittlungen zu Friedensverhandlungen geführt. Immerhin haben UN-Gremien wie die OECD während des Kalten Krieges für Entspannung gesorgt und möglicherweise haben sie dadurch uns alle vor der nuklearen Katastrophe bewahrt. Bei aller Skepsis muss man glaube ich zugestehen, dass die Vereinten Nationen einen positiven Einfluss auf das Weltgeschehen hatten. Dass sie nicht machtvoll genug sind, steht auf einem anderen Blatt. Sie konnten die Irak-Kriege nicht verhindern. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat im Jugoslawien-Krieg, im Ruanda-Massaker und anderen Situationen Recht gesprochen, soweit das möglich war, wird aber ein Tiger mit Zahnlücken bleiben, solange große Staaten wie die Vereinigten Staaten seine Autorität nicht anerkennen.
Und da sind wir am Kern des Problems angekommen: Jede Governance-Struktur, jede Form der Regierung, benötigt von Seiten der Regierten eine Form des Souveränitätsverzichtes. Die Staaten, die im Rahmen des deutschen Bundes ihre Hoheit in gewissen Teilen an eine übergeordnete Struktur, das Deutsche Kaiserreich, abgegeben haben, mussten beispielsweise auf das Prägen eigener Münzen, auf das Erheben von Zöllen, auf Hohe Gerichtsbarkeit, teilweise auf Steuern, auf Legislation verzichten. Sie erhielten dafür wirtschaftliche Stärke, militärischen Schutz, kulturelle Unterstützung und manches mehr.
Wir deutsche, Schweizer, österreichische Bürger haben den Staat ermächtigt, bestimmte Dinge für uns zu erledigen: uns zu schützen, die Bildung unserer Kinder zu organisieren, das Gesundheitswesen, die Polizei, die Abwasserbeseitigung und die Bereitstellung von Infrastruktur und guten Lebensbedingungen. Die Verfassung schützt uns gegen Übergriffe des Staates, im Prinzip jedenfalls, solange eine unabhängige Justiz diese Bürgerrechte schützt. Wir zahlen dafür Steuern und können in Grenzen, über Wahlen, die Art dieser öffentlichen Dienste mitbestimmen; in der Schweiz mehr als in den anderen Ländern. Das nennen wir Demokratie. Aber wenn sich nun eine unserer Regierungen oder alle drei dafür entscheiden würden, in einen Krieg einzutreten, könnten wir, außer durch Demonstrationen, nichts dagegen tun, weil wir der Regierung die Entscheidungsgewalt über derlei Dinge qua Verfassung übertragen haben.
Nun kommt die zentrale Frage: Soll dieser Prozess von Souveränitätsabtretung und Verwaltung durch höher gestellte Organisationen weitergehen? Sollen die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen bestimmte Souveränitätselemente aufgeben zugunsten einer zentral verwalteten Eingriffs- und Reaktionsmöglichkeit? Im Fall der Gesundheit und der Pandemiebeherrschung ist das ja bereits geschehen, durch die Unterzeichnung der neuen Gesundheitsverträge, die der WHO, einer Unterorganisation der UN, Durchgriffsrecht zugesteht, wenn eine weltweite Gesundheitsbedrohung ausgemacht wurde. (Von wem? Von Spezialisten! Wer definiert sie? Die WHO! Wie? Indem Spezialisten, Stakeholder, einflussreiche Personen sie vorschlagen!) Soll dieser Prozess auch in andere Bereiche hinein reichen? Soll eine Organisation wie die Vereinten Nationen, nicht die Vollversammlung, sondern die Verwaltung, die Möglichkeit erhalten, bestimmte Elemente unseres Lebens direkt zu kontrollieren, ohne Intervention der Staaten, denen wir angehören? Sollen etwa die UN die Möglichkeit erhalten, eine Streitmacht aufzubauen, zu der alle Mitgliedsstaaten beitragen müssen, um beispielsweise in einem Kriegsfall, indem die entsprechenden UN-Gremien entschieden haben, dass wir es mit einem „Bösewicht“ zu tun haben, diesen Bösewicht mit militärischen Mitteln in die Schranken weisen? Ein Krieg aller Gerechten gegen den einen Ungerechten sozusagen? Wer entscheidet, wer die Gerechten und Ungerechten sind? Die Mehrheit? Diejenigen mit einer anderen Interessenslage als der „Bösewicht“?
Oder sollen bestimmte Verhaltensweisen global sanktionierbar sein, wenn die Mehrheit dafür ist? Nehmen wir ein absurd-banales Beispiel. Stellen wir uns vor, ein entsprechendes UN-Gremium befindet, dass das Verzehren von geschächtetem Schaffleisch unethisch ist. Vielleicht weil man Schächten für Tierquälerei hält. Dann würde der Verzehr solchen Fleisches irgendwo auf der Welt zum Straftatbestand. Es muss überwacht werden. Das entsprechende Fleisch wird sanktioniert. Der Verkauf wird kaum mehr möglich. Ein Schwarzmarkt dürfte entstehen. Die Essgewohnheiten der Bürger müssen kontrolliert werden. Nichts leichter als das: Alle haben eine digitale ID auf ihrem Smartphone und müssen ein Bild ihres Essens jeden Morgen, Mittag und Abend hochladen, wo kulinarische Bots die Bilder analysieren. Wer keine Bilder hochlädt, macht sich verdächtig und erhält demnächst ungebetenen Besuch vom Ordnungsamt oder der Polizei, die nachsieht, was Oma da im Backrohr hat.
Und schon sind wir mitten in Nordangårds neuem Buch. Denn diese Art von Kontrollgesellschaft mit faschistoider Vanillesoße ist es, die er glaubt, dass auf uns zu kommt, wenn wir die entsprechenden Gremien und Spieler machen lassen, wie sie es sich vorstellen, dass es gut wäre. In Nordangårds Sicht ist also das, was einmal als gute Idee mit begrüßenswerter Intention aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs entstanden ist, schon so verquer, dass es nicht mehr reparierbar ist.
Das Buch
Nordangård stellt zunächst die Hintergründe dar. In der Einleitung beschreibt er die entsprechenden Beschlüsse und Papiere, die Akteure und Hintermänner. Es geht los mit einem Paukenschlag. Nordangård nennt die Publikation von Gutteres‘ Erklärung „Unsere Gemeinsame Agenda“ vom September 2021 eine Blaupause für ein „totalitäres globales Kontrollsystem“. Diese Erklärung dient dazu, die Umsetzung der Agenda 2030 und der dort genannten „17 Ziele für nachhaltige Entwicklung zu überwachen und effektiv umzusetzen.“ (S. 11)
Nordangård zeigt im Einführungskapitel und in den späteren, welche internationalen Think Tanks, NGOs und Privatpersonen hinter den Kulissen den Brei anrühren, den Guterres in seiner Erklärung serviert. Ich gehe nicht ins Detail. Das würde langweilen. Aber die Struktur taucht immer wieder auf: Überzeugte Transnationalisten und Befürworter einer Weltregierung – Madeleine Albright, das Stimson Center, die Philanthropie, allen voran die Stiftungen von Rockefeller, Carnegie, Ford, Gates – ein weitgesponnenes Netzwerk von privaten Akteuren, von Konzernen, von Private-Public-Partnerships und ihrer Vertretungen wie das World Economic Forum (WEF) – arbeiten Papiere aus, die von offiziellen UN-Kommissionen übernommen oder leicht verändert verabschiedet werden. Das führt wiederum zu politischen Bewegungen und Beschlüssen, die ein Ziel haben: Stärkung der Global Governance, der Weltregierung, ohne die, so die Überzeugung vieler Akteure, wir in den Abgrund strudeln werden. Nicht morgen, sondern vorgestern schon.
Diese Haltung hat eine lange Tradition, die Nordangård kurz anreißt. Es gibt schon lange Überlegungen von Philosophen wie Oliver Reiser (1895-1974) oder dem Futuristen H.G. Wells, die teilweise auch die Philosophie von Teilhard de Chardin aufnahmen. Sie zielen alle darauf ab, dass es eine übergeordnete politische Struktur, eine Art Weltgehirn geben muss, um die zukünftigen Herausforderungen zu bewältigen. Grob gesagt kann man in Nordangårds Sicht die politische Landschaft und die Welt in die einteilen, die diesen Grundgedanken aktiv vorantreiben und enthusiastisch begrüßen wie die Rockefeller Foundation, in solche, die verstanden haben, dass für sie darin optimale Gewinnmöglichkeiten bestehen, auch wenn ihnen die zugrundeliegende Philosophie egal ist. Dazu gehören viele multinationale Konzerne, große Stiftungen wie die Bill & Melinda Gates Stiftung. Und schließlich in die, die dieser Idee eher skeptisch gegenüberstehen. Dazu gehören vor allem die aufstrebenden BRICS-Staaten und ein großer Teil vor allem des konservativen Nordamerikas, konservative Kräfte in Europa und manche Länder des globalen Südens und Asiens. Und schließlich in die, die von dieser Agenda noch wenig Ahnung haben und daher darüber informiert werden müssen. Dazu dürften die meisten Bürger der westlichen Demokratien und vielleicht der ganzen Welt zählen. Für sie ist dieses Buch geschrieben.
Zu den Wegbereitern dieser Idee gehören Think-Tanks wie der Club of Rome und der daraus entstandene Club of Budapest. Der Club of Rome gehört bekanntlich zu denen, die sich trotz massiv fehlgeleiteter Prognosen in der Vergangenheit immer noch getrauen ihre Stimme so zu erheben, als wäre sie von höherer Weisheit sanktioniert. Für manches habe ich persönlich durchaus Verständnis. Müssen wir wirklich Regenwald abholzen, um billiges Rindfleisch in Burgern von McDonald’s und Co geboten zu kriegen? Müssen wir wirklich Leitungswasser mit Kohlensäure in Plastikflaschen trinken, damit Coca Cola noch reicher und der Pazifik noch vermüllter wird? Brauchen wir wirklich mehr Fläche für Mandelbäume in Kalifornien, die den Grundwasserspiegel bedrohen, damit Hipsters in Berlin, Rom und Barcelona ihren Mandellatte trinken können, weil Kühe angeblich so schlecht fürs Klima sind? Aber all diese Themen ließen sich leicht über Aufklärung und vor allem über Veränderung der Konsumpraxis in den Griff bekommen. Dazu benötigen wir keine übernationalen Regulationsgremien und Verwaltungsakte.
Den Kern des Buches machen detaillierte Beschreibungen der 12 Verpflichtungen von „Unsere Gemeinsame Agenda“ aus. Jedem dieser Punkte ist ein eigenes Kapitel gewidmet, das Inhalte und Instrumente der Durchsetzung, sowie Akteure in diesem Feld analysiert. Ich gebe die Themen in untenstehender Tabelle mit unterschiedlicher Interpretation wieder. Wenn man sie zunächst offen und naiv liest, sind es jene typischen wohlwollend-glattgebürsteten Worthülsen, die man von solchen Dokumenten gewohnt ist. Wenn man sich überlegt, was sie bedeuten, merkt man rasch: es sind zweischneidige, sehr scharfe Schwerter, die in die eine oder andere Richtung schlagen können.
| Kapitel | Verständnis + | Verständnis – | |
| 1 | Niemanden zurücklassen | Alle sollen profitieren | Keiner darf sich entziehen |
| 2 | Die Erde schützen | Wir müssen den Planeten retten | Wer den Planeten nicht retten will wird sanktioniert |
| 3 | Frieden fördern und Konflikte verhüten | Die Welt wird sicherer, Kriege seltener, wir alle glücklicher | Funktioniert nur über globale Überwachung, der sich nichts und niemand wird entziehen können |
| 4 | Das Völkerrecht einhalten und für Gerechtigkeit sorgen | Allgemeine Rechtsnormen für alle und Sanktionierung der Rechtsbrecher | Digitale ID, Sozialpunktesystem und unklare Verantwortlichkeiten bzw. unklare Rechtsmittel |
| 5 | Frauen und Mädchen in den Mittelpunkt stellen | Gleichberechtigung für alle weltweit, endlich | Rigide Quotenregelung, die nur mit Überwachung und starker KI-Unterstützung funktionieren wird |
| 6 | Vertrauen aufbauen | Bürgernähe durch inclusive Übungen zur Bürgerbeteiligung, internationale Steuern, Kontrolle der Finanzströme | Die UN bestimmt, wer gehört wird und was richtig ist. Gegenteilige Meinungen werden sanktioniert, bis zur Sperrung von Konten |
| 7 | Digitale Zusammenarbeit verbessern | Globaler Digitalpakt, Zugang zum Internet für alle, „Digital Commons“, Regulierung der KI | Digitales Weltgehirn, das alles reguliert und kontrolliert |
| 8 | Die Vereinten Nationen modernisieren | Die UN wird gestärkt, durch Bürgerbeteiligung volksnäher und Hören auf die Stimme des Volkes | Die Gruppen der Bürger, die befragt werden, werden kuratiert, damit die vordefinierten Ziele und Verhaltensweisen von „unten“ bestätigt werden |
| 9 | Eine nachhaltige Finanzierung sicherstellen | Die G20 und die finanzstarken Milliardäre werden zur Finanzierung herangezogen | Damit gewinnen undurchsichtige Interessen Einfluss auf die Entscheidungen |
| 10 | Partnerschaften fördern | Zusammenarbeit mit der Wirtschaft in Public-Private Partnerships; beratendes Weltparlament | Starker Einfluss von undemokratischen Strukturen wie WEF, NGOs oder mächtigen Firmen auf die politische Entscheidungsfindung |
| 11 | Der Jugend zuhören und mit ihnen zusammenarbeiten | Jugend und kommende Generationen sollen durch Repräsentanten in die Entscheidungen eingebunden werden | Alle Kinder sollen mit den Werten und Zielen indoktriniert werden, damit es möglichst wenig Widerspruch gibt |
| 12 | Vorbereitet sein | Notfallplattform, die bei jeder globalen Krisensituation aktiviert wird | Einschränkung persönlicher Freiheit entlang der definierten Krisenkorridore: weniger Autofahren, kein Fleisch, evtl. Zuhausebleiben, keine Reisen, etc. |
Wenn man sich die Ziele durchliest und deren Erläuterung, klingt alles wunderbar. Nordangård analysiert nun bei jedem Punkt nicht nur die Sprache, sondern auch, wer wie zur inhaltlichen Ausfüllung beigetragen hat, etwa durch Vorlagen, durch Expertisen und Beschlusspapiere. Er kommt durchwegs zu der Schlussfolgerung: So hübsch all diese Ziele klingen, so gut gemeint ihre Intention auch sein mag, die konkreten Pläne zur Durchführung riechen überall nach einem und nach nichts anderem: Nach Kontrolle und Durchsetzung dessen, was eine Elite von politisch aktiven NGOs, von informellen Gremien wie WEF oder Stiftungen und Think-Tanks und eine Gruppe reicher Milliardäre als notwendig befunden hat. Wer nicht mitmacht, wird über kurz oder lang sanktioniert werden.
Klimakrise als Argument für digitalen Durchgriff
Ich dekliniere das nicht bei jedem Punkt durch; wer es genau wissen will, sollte das Buch lesen. Aber wir können es am letzten Punkt, „Vorbereitet sein“, sehr schön ablesen. Dieser Punkt führt eine Art Krisenmanagement- und Notfallprotokoll ein, das notwendig sei, um die sich immer rascher häufenden Krisen in den Griff zu bekommen. Eine Gruppe von „High Level Advisers“, also eine Art Aufsichtsrats- und Beratungsgremium, wird dann entscheiden, welche Maßnahmen zu treffen seien, um eine Krise zu meistern und diese Maßnahmen werden dann über eine Art Notstandsgesetzgebung zu allgemein verbindlichen Regeln, gegen die man sich nicht widersetzen kann.
Die offenkundigste Krise sei die Klimakrise. Dahinter steckt der angebliche Konsens, wir würden auf eine globale Kernschmelze zusteuern, weil wir im immer wärmeren Klima eingekocht werden wie Omas Zwetschgen im Powidelmus.
Dass sich das Klima momentan erwärmt, darüber gibt es eigentlich, soweit ich sehe, keinen Dissens. Dissens gibt es darüber, woher das kommt, und ob es immer so weiter geht. Einige meinen, die Erwärmung hat zu tun mit dem Rückgang der Wolkendeckung seit den 70er Jahren und diese wiederum hängt mit den Bewegungen der inneren Planeten zusammen. Wenn diese Theorie stimmt, wird es ab den 30er Jahren wieder deutlich kälter und alle, die sich ab jetzt auf laue Winter eingestellt haben, sollten sich rechtzeitig Pelzmützen anschaffen.
Die Mehrheit – die berühmen 98% aller Wissenschaftler, wobei dies vor allem die handverlesenen Wissenschaftler des Intergovernmental Panels on Climate Change (IPCC) sind – die Mehrheit der Klimawissenschaftler also sei sich einig. Es ist der menschengemachte Ausstoß von Kohlendioxid, der schuld ist an der Erwärmung des Klimas. Das ist das Mainstreamnarrativ, das die UN mit ihren Gremien, Beratern und assoziierten Trabanten wie WEF und Milliardärsstifungen aggressiv verbreiten.
Ich muss gestehen, ich habe bis vor Kurzem gedacht, dass dieses Narrativ stimmen würde. Bis ich auf ein paar interessante Details gestoßen bin. Ich habe vor ein paar Jahren auf einem Retreat eine Wissenschaftlerin kennengelernt, die im berühmten Department of Climate Science der University of East Anglia arbeitete (https://www.uea.ac.uk/climate-of-change). Ich habe mich ausführlich mit ihr über diese Thematik unterhalten. Von diesem Department ging ja der berühmte „Climate Gate“ Skandal aus, der sehr bezeichnend für das ganze Feld ist. Es wurden Emails geleakt und weit herum diskutiert (https://e360.yale.edu/features/climategate_anatomy_of_a_public_relations_disaster). Darin zeigte sich u.a. folgendes: Es gab eine eingeschworene Gruppe von einflussreichen Klimaforschern, die untereinander vereinbarten, dass sie Arbeiten, die die Kohlendioxid-Theorie der Klimaerwärmung in wissenschaftlichen Publikationen anzweifeln wollten, nicht durch die Peer-Review Prozesse in die hochrangigen Journals lassen würden.
Meine Kollegin, die damals an diesem Department arbeitete, erzählte mir, dass es in dieser Community eine klare Vorgabe wäre, dass Arbeiten, die dieses Mainstream-Narrativ aufgrund von Daten oder anderen Überlegungen in Zweifel ziehen würden, nicht akzeptabel wären, nicht aus diesem Department kommen dürften und wer damit nicht einverstanden sei müsse woandershin. Überhaupt sei es praktisch extrem schwierig, eine abweichende Meinung in der wissenschaftlichen Literatur publiziert zu bekommen. Das sei für junge Forscher ein Karrieretöter.
Das hat vor nicht allzu langer Zeit auch ein prominenter Skeptiker der Kohlendioxidtheorie publiziert, der am Massachusetts Institute of Technology forschende Prof. Richard S. Lindzen, ein Doyen des Feldes, der noch nie einen Hehl daraus gemacht hat, dass er mit dieser Theorie aus verschiedenen Gründen nicht einverstanden sei. [5, 6] In einem Interview mit der Schweizer Wochenzeitung Die Weltwoche (https://weltwoche.de/story/wie-der-glaube-an-eine-flache-erde/) spricht er davon, wie dieser vermeintliche Konsens dazu führt, dass abweichende Meinungen sanktioniert werden, weil sich kaum einer getraut sie zu äußern. Denn dann seien Fördergelder futsch. Er sagte, dass der Präsident des MIT ihn vor Jahren eindringlich gewarnt hatte, mit seiner Forschung weiterzumachen, weil sonst die Gefahr bestünde, dass die reputable Universität Forschungsgelder verlieren würde.
Das ist häufig so in der Wissenschaft: Wenn es einmal einen vermeintlichen Konsens gibt, schießen sich alle – Forscher, Förderinstitutionen, Journals, Gutachter – darauf ein und die ganze Meute rennt in eine Richtung. Man kann das an einem medizinisch-historischen Beispiel gut erkennen, das vielleicht weniger emotionsbeladen ist:
Historisches Beispiel: Die Fettforschung
In den 50 Jahren hatte der Ernährungsphysiologe Ancel Keys Daten aus einer größeren Länderquerschnittsstudie publiziert, in der er Fettverbrauch (bzw. Verfügbarkeit) und Herzkrankheitsrate über Länder hinweg korrelierte. Sie wurde als „6-Länder Studie“ bekannt [7] und belegte angeblich durch eine hohe Korrelation von Fettverzehr und Herzkrankheitsrate über die Länder hinweg, dass Fett, vor allem tierisches Fett, schuld an den steigenden Herzinfarktraten der westlichen Welt sei. Das ist so tief ins kollektive Gedächtnis eingedrungen, dass es sich in allen möglichen Physiologie- und Ernährungsbüchern findet; kürzlich habe ich es in einer studentischen Qualifikationsarbeit angemahnt. Fakt ist nämlich: Diese Korrelation entstand durch einen statistischen Trick, der kurz nach Keys‘ Originalpublikation von Kritikern publik gemacht wurde, auf die aber keiner hörte [8]. Keys hatte nämlich 22 Länder untersucht. Und wenn man die Korrelation über alle Länder ausrechnete, ergab sich eine Null-Korrelation zwischen Fettverbrauch und Herzkrankheit. Keys konnte seinen Befund nur durch den Trick erhalten, dass er alle Länder, die seiner Meinung widersprachen, einfach wegließ und solange Länder aus seiner Korrelationsrechnung rausstrich, bis der berühmte 6-Länder-Vergleich zusammenkam, der angeblich den Zusammenhang belegte. Ein klassisches wissenschaftliches Fehlverhalten – die Daten etwas melken, bis rauskommt, was man will.
Das war der Startschuss dafür, dass plötzlich die gesamte Forschungslandschaft weg von Zucker hin zu Fett als dem Sündenbock für Herzkreislaufkrankheiten stürmte. Ich habe diese Geschichte seinerzeit in einer ausführlicheren Blogserie behandelt (https://harald-walach.de/2017/01/04/broeckelnde-mythen-der-cholesterin-mythos-schmilzt-dahin-ein-lust-oder-schelmenstueck-in-5-akten-teil-1-akt-1-3/); daher hier sehr stark verkürzt. Das führte dazu, dass in Politpapieren, in offiziellen Ernährungsrichtlinien, in der Forschungsförderung, in Aufrufen zur Einreichung von Forschungsprojekten, überall wo es um Ernährung und Herzkreislauferkrankungen ging, nur noch Förderprojekte gewünscht waren, die entlang dieser Linie forschten. Anderes wurde nicht gefördert und hatte es schwer publiziert zu werden. Diese Lemming-Phase der Ernährungsforschung, in der alle blind in eine Richtung rannten, dauerte etwa bis in die 2000er Jahre an, bis Taubes, ein beherzter, sehr gut informierter Wissenschaftsjournalist erste Zweifel säte [9, 10]. Es dauerte nochmals 10 Jahre, bis sich auch renommierte Forscher trauten, mal was anderes zu publizieren, das sie vielleicht schon viele Jahre im Herzen getragen hatten. Und heute ist allmählich das Bild differenzierter. Forscher haben verstanden, dass das Fett nicht das Problem ist, dass vielleicht Zucker sehr viel mehr Probleme macht, u.a. deshalb weil Kohlenhydrate sofort in Triglyceride, also in Fett, verwandelt werden, wenn sie nicht gleich verbraucht werden. In den Arztpraxen, Lehrbüchern, Studienheften ist das alles noch kaum angekommen.
Wir können also konstatieren: Einige mächtige Platzhirsche, die mit aller Gewalt eine Hypothese vertreten und sie für wahr ansehen, können durchaus eine ganze Forschungslandschaft so prägen, dass sich Dissens nicht mehr sichtbar machen kann und daher von der Öffentlichkeit als nicht existent angesehen wird. Man konnte das übrigens auch während der COVID-Krise beobachten: Einflussreiche Arbeiten, die das Feld lange prägten, wurden in den besten Zeitschriften publiziert. Einsprüche, Kritik, Widerspruch wurde dort nicht zugelassen. Ich habe schon mehrfach darauf hingewiesen, wie die Arbeit von Viola Priesemanns Arbeitsgruppe, die Lockdown rechtfertigte [11], unwidersprochen blieb, obwohl wir ihr nachwiesen, dass sie falsche Daten verwendet hat, was sie sogar zugab [12], aber dennoch nichts an der Publikation änderte. Unsere Kritik, die wir erst an Science, dann an einige andere Journals geschickt hatten, wurde erst sehr viel später in einem Spezialjournal publiziert [13, 14]. Das gleiche ereignete sich mit unserer Kritik an der Imperial-Studie, die von Millionen von geretteten Leben durch die Impfung sprach [15]. Unsere Kritik wurde von Lancet Infectious Diseases als „uninteressant“ abgelehnt und erschien erst sehr viel später und blieb ziemlich unbeachtet [16].
Wann immer ein vermeintlicher Mainstream-Konsens gefunden worden ist, wird es zunehmend schwieriger, abweichende Meinungen und Daten zu publizieren. Es geht zwar, aber eben nur in spezialisierten Journals, die vor allem die Spezialisten lesen. Dadurch entsteht in der öffentlichen Wahrnehmung das, was vermeintlich aufgeklärte, wissenschaftsaffine Zeitgenossen als „den wissenschaftlichen Konsens“ bezeichnen. Der ist aber kein Konsens, sondern eine gefilterte Mainstreamerzählung.
Die Klimakrise als Sprungbrett für Kontrolle
Etwas sehr Ähnliches können wir in der Klima-Debatte erkennen. Nicht, dass hier, wie bei Keys, eine gezinkte Publikation stünde. Nein, hier ist es komplexer. Nordangård hat das in seinem ersten Buch („Rockefeller – Controlling the Game“) sehr detailliert ausgearbeitet.
Nordangård war ursprünglich ein Mitglied der Schwedischen Grünen und saß für sie auch in diversen politischen Gremien. Weil er fest ans Klima-Narrativ glaubte, beschloss er, darüber auch eine Promotion zu schreiben, genauer über die Energiepolitik der EU. Über diese Forschung stieß er auf ein sehr abgründiges Phänomen: Dass nämlich David Rockefeller und seine Stiftungen schon in den 50er Jahren entdeckten, dass sich die Sorge ums Klima perfekt dazu eignen würden, die Stimmung langsam aber stetig international so zu drehen, dass die Linien langsam aber sicher auf das von ihm und seiner Stiftung favorisierte Modell einer Weltregieung zulaufen würden. Diese Geschichte hat Nordangård in seinem Rockefeller-Buch sehr überzeugend anhand von historischen Dokumenten herausgearbeitet. Ob es tatsächlich eine Strategie war, die eng verfolgt wurde, oder eine, die per Zufall dann sich mit einer anderen globalen Strömung, der Öko-Bewegung verbündet hat, brauchen wir nicht zu diskutieren. Tatsache scheint zu sein, dass neben Rockefeller einige andere wichtige Akteure erkannt haben:
Mit der Klimakrise kann man einheizen. Man kann den Leuten Angst machen, man kann sie dazu bringen, ihren Lebensstil zu verändern. Man kann die Krise dafür verwenden, Maßnahmen durchzusetzen, Lockdowns etwa, die sonst keiner freiwillig akzeptieren würden. So ähnlich wie COVID: wer hätte 2019 noch gedacht, dass Leute sich freiwillig mit gentechnischer Pharmakologie behandeln lassen würden, wochenlang zuhause bleiben, freiwillig keine öffentlichen Veranstaltungen aufsuchen würden, Reisen abblasen, etc. Alles, weil ein vermeintlicher Notstand dies gebot. Der Notstand wurde von der WHO, einem UN Gremium ausgerufen. Laut Nordangård war dies eine Trockenübung für den kommenden Klimanotstand. Wenn nämlich erst einmal die Klimaerwärmung als definitiv menschengemacht durch CO2-Ausstoss verursacht allgemein akzeptiert ist, dann kann man, allgemeiner Logik folgend, das Klima nur retten, indem wir diesen Ausstoß bremsen. Dann muss weniger Auto gefahren, weniger geflogen werden, man muss sparsamer sein mit Heizen oder darf nur noch alternative Energiequellen verwenden. Man sollte außerdem auf seinen Kohlendioxid-Abdruck in der Ernährung achten und den Fleischkonsum drastisch einschränken, usw. Veganismus als Ausdruck der Moralität. Wenn das einmal akzeptiert ist und man will es durchsetzen, was benötigt man dann? Bingo! Eine weltumspannende Kontroll- und Überwachungstechnologie. Es beginnt mit digitaler Identität für alle. Ja, die kann wohlwollend sein. Indem man z.B. in armen Ländern an diese Identität Wohlfahrt, wie Essfreischeine, Lebensmittelmarken, Gesundheitsdienste koppelt, oder Geld, das nur für diese Dinge zur Verfügung steht und nicht etwa für Zigarette und Alkohol. Wie geht das? Logo: Digitale Währung, programmierbares Geld. Hilft dabei, Geldwäsche und die Mafia zu kontrollieren (mal abgesehen davon, dass die Mafia dann wahrscheinlich genau an den Kontrollhebeln sitzen wird).
Kann man auch verwenden, um unliebsame Leute finanziell kaltzustellen. Die EU hat das vor Kurzem mit Jacques Baud durchexerziert, einem Schweizer Geheimdienstexperten, der als NATO-Liaison in Brüssel war und immer noch ist. Denn nachdem er Unliebsames über die Ukraine publiziert hatte, wurde er zur persona non grata. Die EU sanktionierte ihn – wohl gemerkt ohne eine wirklich robuste gesetzliche Grundlage -, sperrte seine Kreditkarten und verhängte Reiseverbot (https://weltwoche.de/daily/gefaehrdung-der-aussenpolitischen-interessen-eu-intervenierte-in-bundesbern-gegen-offenlegung-der-e-mail-korrespondenz-zum-fall-jacques-baud/).
Das ist im Moment eine einzelne Fallvignette. Aber sie zeigt, wohin das Schiff steuert: Unliebsame Meinungen werden als „gefährlich für die Erreichung unserer Klimaziele“ oder sonstwas gebrandmarkt und die entsprechenden Vertreter werden sanktioniert. „Bestrafe einen, erziehe Tausende“ hat Mao angeblich gesagt.
Und so wird also, laut Nordangård, das globale Klimaziel zum Hebel werden, um all diese Kontrollprozesse zu rechtfertigen und die Maschinerie zu befeuern. Daher vielleicht noch ein paar Worte zum Klimadissens, auch wenn ich mich damit bei vielen unbeliebt mache und disqualifiziere.
Klima – Alles klar?
Vielleicht soviel vorne weg: Ich schreibe nicht als Spezialist auf diesem Gebiet, aber als wissenschaftshistorisch und -theoretisch informierter Wissenschaftler, der aufgrund von Spezialisierung in anderen Gebieten die Vorgänge im Wissenschaftsbetrieb sehr gut kennt und beurteilen kann.
Zweifel an der Gültigkeit des Mainstreamnarrativs habe ich schon eine Weile. Ich hatte mir deswegen das sehr lesenswerte Buch von Axel Bojanowski zu Gemüte geführt: „Was Sie schon immer übers Klima wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten“ [17]. Es führt sehr kenntnisreich in die Debatte ein und zeigt, dass vieles was wir glauben nicht stimmt: Statistiken zeigen z.B. nicht mehr Extremwetterereignisse als sonst, auch wenn die Erwärmung zunimmt. Und was ist mit dem heurigen heißen Sommer? Im Jahr 1540 gab es laut allen historischen Quellen ein Jahr, in dem 11 Monate kein Regen fiel (https://weltwoche.de/story/ein-jahr-ohne-regen/). Der Rhein war so niedrig, dass man in Basel und Köln zu Fuß den Fluss überqueren gehen konnte. Dann kam die kleine Eiszeit. Am Kohlendioxidausstoss kann es damals nicht gelegen haben.
Übrigens gibt es bei keinem Klimaskeptiker, den ich gelesen habe, Zweifel daran, dass Kohlendioxid ein Treibhausgas ist. Nur: die Auswirkungen zeigen sich fast nur in den Tropen [6] und sind gering. Denn die Reabsorption von Wärme ist mit der derzeitigen Konzentration bereits in der Sättigung und mehr CO2 trägt kaum mehr zur Erwärmung bei. Wenn man die Temperaturveränderungen der Eis- und Warmzeiten betrachtet, dann sind es vor allem die Differenzen zwischen Polen und Äquator, weniger die Durchschnittstemperatur, die zentral ist, folgt man Lindzen [5, 6]. Die Argumente der Skeptiker drehen sich vor allem darum, dass man eine einzige abhängige Variable, die Durchschnittstemperatur, und eine einzige unabhängige Variable, den Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre, nicht dazu verwenden kann, ein komplexes, multikausales Geschehen wie das Klima zu modellieren und alles andere, kosmische, solare, geomagnetische Einflüsse zu ignorieren. Beispielsweise spielt die sehr komplexe Dynamik des Wassergehalts der verschiedenen Schichten der Atmosphäre eine sehr wichtige, noch nicht verstandene Rolle, die kaum in die Modelle eingeht, weil sie noch zu wenig bekannt ist und weil die Beziehung der einzelnen Schichten der Atmosphäre zueinander und zur Temperaturveränderung noch nicht bekannt genug ist.
Auch muss ich der Argumentation darin folgen, dass ein Gas, das einen minimalen Bestandteil unserer Atmosphäre ausmacht, nämlich 400 parts per million, also 0,04%, und das durch anthropogenen Ausstoß um einen Bruchteil vermehrt wird, kausal dafür verantwortlich sein soll, dass sich unser Klima ändert.
Klar, seit den meteorologischen Aufzeichnungen Mitte des 19. Jahrhunderts verändert sich unser Klima und wird wärmer. Zufälligerweise stieg seither auch der Kohlendioxidausstoss. Dummerweise fallen beides mit dem Ende der kleinen Eiszeit zusammen und nach einer Eiszeit kommt bekanntlich eine Warmzeit, Kohlendioxid hin oder her. Diese Korrelation kann man, meiner Meinung nach, den Hasen geben. Sie taugt nicht für kausale Argumente.
Während des römischen Klima-Optimums von etwa 30 v.Chr. bis ca. 280 nach Christus waren die Temperaturen etwa so wie heute, wenn nicht sogar noch wärmer [18]. Das ermöglichte es den Römern überhaupt, die Alpen zu überqueren und etwa 7 v.Chr. meine Heimatstadt Augsburg zu gründen und einen kontinuierlichen Versorgungsstrom über die Alpen fast übers ganze Jahr hinweg aufrechtzuerhalten. Kürzlich wurden römische Artefakte auf dem Theodulpass auf 3.400 m oberhalb Zermatts entdeckt (https://www.hierundjetzt.ch/de/catalogue/400-jahre-im-gletschereis_15000039/), der dann auch während der hochmittelalterlichen Warmzeit begehbar war. Dazwischen und danach vergletscherte er wieder. Der berühmte Ötzi konnte das Hauslabjoch im Ötztal mit seinen Tieren nur überqueren, weil es damals, ca. 2.000-3.000 v. Chr. in der Spätzeit des Neolithikums, und einige tausend Jahre zuvor, im Mesolithikum, eben noch wärmer war als heute, etwa um 4-5° [19]. Was mir persönlich gezeigt hat, dass irgendwas an dem Narrativ vom menschengemachten Klimawandel faul ist, war eine Wanderung auf den Lötschenpass, die ich vor zwei Jahren gemacht habe. Man geht von Kandersteg das Kandertal ein Stück nach hinten und steigt dann steil nach Süden. Dort liegt der Lötschenpass, der das Berner Oberland und das Wallis verbindet. Er war schon zur Bronzezeit nachweislich begangen, weil man dort oben bronzezeitliche Artefakte und ein Grab gefunden hat. Dort oben auf dem Lötschenpass, in der Lötschenpasshütte des SAC auf 2.690 m, fand ich eine Broschüre des archäologischen Dienstes des Kanton Berns und darin folgende Abbildung:

Abbildung 1 – Zeiten, in denen die Schweizer Gletscher vorgestoßen sind und zurückgegangen sind und Artefaktfunde nach Zeit geordnet auf dem Schweizer Schnidejoch, einem Übergang zwischen dem Wallis und dem Berner Oberland unterhalb des Wildhornes
Die Artefaktfunde, die hier abgebildet sind, beziehen sich zwar auf das Schnidejoch, ein Passübergang auf 2.755 m zwischen Wildhorn und Schnidehorn, tut aber nichts zur Sache, weil auch dieser Übergang seit der Bronzezeit rege genutzt wurde. Man sieht oben die Zeitskala. In der Mitte die Artefakte. Beispielsweise ist das früheste Artefakt dort eine Schüssel aus Ulmenholz, die ins Neolithikum datiert wird. Dann folgen Pfeilspitzen und Bogenfutterale, aus der Bronzezeit ein Lederschuh, aus der Römerzeit Schuhnägel, ein Dachziegel und Wollstoff, etc.
Das Interessanteste ist unten: eine Darstellung der Vorstöße und Rückzüge der Schweizer Gletscher. Diese Darstellung ist Nussbaumer entnommen [20, 21]. Links ist eine zweite kleine Zeitskala angebracht: oben 2000 unten 1850. Das sind gleichsam die Zeithorizonte der uns bekannten größten Vorstöße der Gletscher (1850) und der damals bekannten größten Rückzüge (2000). Dazwischen pendeln die Gletscher, werden größer (nach unten) oder kleiner (nach oben). Man sieht zum Beispiel deutlich, dass im Mesolithikum und im Neolithikum am Übergang zur Bronzezeit – zur Zeit als man vermutet, dass Ötzi das Hauslabjoch durchstreifte – die Gletscher deutlich stärker zurückgezogen waren als heute. Man erkennt den Gletscherrückzug des römischen Klimaoptimums, der sich in etwa auf dem Niveau von heute bewegt.
Die Gletscherforscher konnten diese Karte erstellen, weil sie an der Seitenmoräne des großen Grindelwaldgletschers sehen konnten, wie weit er vorgedrungen war bzw. sich zurückgezogen hatte, und an den Sedimenten und Ablagerungen, vor allem an den Hölzern darin, um welche Zeit das etwa gewesen ist [22, 23].
Man sieht an dieser Abbildung sehr genau: der Gletscherrückzug in Folge der heutigen Erwärmung ist kein singuläres Ereignis. Er ist eingebettet in eine dynamische Folge von vielen Rückzügen und Vorstößen über die letzten 10.000 Jahre, die man mit dieser Methode dokumentieren kann. Die Erwärmungen des Mesolithikums, des Neolithikums, der Bronzezeit, des römischen Optimums, des Hochmittelalters sind garantiert autonom und haben nichts mit menschlicher Aktivität zu tun, weil damals erstens keine Carbonindustrie vorhanden war, zweitens das verbrannte und verwendete Holz zwar wichtig aber nicht ausreichend war, um die Kohlendioxidbalance in der Atmosphäre nachhaltig zu beeinflussen und drittens die Gesamtbevölkerung der zivilisierten Welt, die man dafür in Anschlag bringen könnte um viele Faktoren kleiner war als heute.
Das lässt eigentlich nur einen Schluss zu: Die Erwärmung des Klimas, für die der Schwund der Gletscher ein sehr sensibles Maß darstellt, hat mit dem anthropogenen Kohlendioxideintrag in die Atmosphäre nur sehr wenig zu tun.
Wollen wir der Sicherheit halber festhalten: Man kann aus anderen Gründen als aus Gründen des Klimawandels das Verbrennen von Kohle und Öl für eine schlechte Idee halten, z.B. weil man die fossilen Reserven für die kommenden Generationen aufsparen will. Aber man sollte diesen Diskurs von der Klimafrage entkoppeln.
Übrigens hat auch das IPCC vor Kurzem die beiden Extremszenarien sang und klanglos beerdigt [24]. Man muss sich sehr genau in dieses Dokument vergraben, um es zu finden, aber es ist offiziell: die extremsten möglichen Szenarien der IPCC Klimamodelle sind aufgegeben, weil unrealistisch.
Man sollte sich auch immer wieder ins Bewusstsein rufen: Wann immer ein scheinbarer „wissenschaftlicher Konsens“ ausgerufen wird, ist etwas faul. Wenn alle Wissenschaftler wirklich übereinstimmen über irgendein Faktum, sagen wir die Gravitation, dann gibt es keinen „Konsens“. Denn dann ist die Sache klar. Dann gibt es auch keine Diskussion und keinen Widerspruch. Das kommt aber selten vor, weil das Wesen der Wissenschaft Diskurs, Widerspruch und daraus resultierend Erkenntnisfortschritt ist.
Ein Konsens muss nur beschworen werden, wenn etwas nicht klar ist, aber aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen klargestellt werden soll. Der erste wissenschaftliche Konsens in diesem Sinne des Wortes war der „Konsens“, der in den 1920er Jahren erreicht wurde, dass es genetisch, medizinisch und moralisch überlegenere Rassen gäbe. Darin war sich die entsprechende Wissenschaft rund um den Globus einig, vor allem in den USA und in England, später dann auch in Deutschland. Ich habe darauf in meinem neuen Transhumanismusbuch (https://discorso.ch/transhumanismus) hingewiesen [25]. Dieser scheinbare „wissenschaftliche Konsens“ diente in den USA als Basis, die Einwanderungsgesetze 1921 so zu verschärfen, dass Angehörige „minderwertiger“ osteuropäischer Rassen es schwerer hatten, in die USA einzuwandern [26], was später vielen die Flucht vor den Nazis verunmöglichte. Er diente eine Dekade danach den Nazis für ihre berüchtigten Aktionen. Daher sollten wir immer dann speziell vorsichtig sein, wenn ein angeblicher „wissenschaftlicher Konsens“ bemüht wird. Wer immer das tut, versteht zu wenig von Wissenschaft, hat kein Verständnis für Geschichte und ziemlich wahrscheinlich eine politische Agenda im Ärmel.
In Summe: Das anscheinend so gut abgesicherte Klimanarrativ, demzufolge die Erwärmung unseres Klimas auf CO2-Ausstoss, gemacht durch Menschen, zurückgeht, steht auf tönernen Füßen. Vielleicht ist es ganz falsch, vielleicht ein bisschen falsch. Vielleicht ist ein bisschen dran, vielleicht nicht viel. Auf jeden Fall taugt es kaum, um harten politischen Durchgriff zu rechtfertigen. Aber genau das ist es, wenn wir zu Nordangård zurückkehren, was die Agenda 2030 und der Bericht Unsere Gemeinsame Agenda tun.
Digitale Weltkontrolle
Um die Argumentation der „Digitalen Weltkontrolle“ zu straffen: Die Klimabedrohung wird dazu dienen, als eine Multikrise auf nationaler und internationaler Ebene Notstände auszurufen, die dann anhand der Notstandsgesetzgebung zu unpopulären Maßnahmen Anlass geben. Dies wiederum wird der UN Durchgriffsrechte sichern, die zu einer umfassenden Kontrolle der Weltbevölkerung führt. Der Schlüssel wird die digitale Identität und der damit verbundene gläserne Mensch sein. Denn wenn die Segnungen der Digitalität überall eingekehrt sind, wenn die künstliche Intelligenz in allen Bereichen ihre hilfreichen Finger drin hat, wenn selbst das Geld nur noch digital zur Verfügung steht und dank Überwachung der Bewegungen, der Verhaltensweisen und der Gewohnheiten der Bürger klar wird, wer wie denkt und handelt, dann steht der Kontrolle nichts mehr im Weg. Der Gute wird belohnt, der Böse wird arm gemacht und isoliert.
Nordangård analysiert die Akteure. Vorneweg das WEF von Klaus Schwab, der ja in seiner „Vierten Industriellen Revolution“ genau diese Verschmelzung von Wirtschaft, Politik, Digitalität und Individuum nicht nur vorhersagt, sondern förmlich fordert [27]. Das WEF hat in der Folge genau diese Entwicklung hin zum hybriden, transparenten, digital vernetzten Individuum und einer Governance Struktur aus Wirtschaftsunternehmen, NGOs, Vereinten Nationen weitergetrieben. Zunächst in seiner eigenen Struktur, die mittlerweile zu einer Art informeller Weltregierung geworden ist, die durch ihre Ansagen, Szenarien und Prophezeiungen bei Regierungen gehört wird und kaum mehr als Kraft wegzudenken ist. [28, 29] Das WEF ist ja selber eine Plattform, in der die Führungskräfte der 1.000 wichtigsten Unternehmen weltweit vereint sind, die eine unbekannte Summe dafür bezahlen, in diesem elitären Club dabei zu sein und damit die Aktivitäten des WEF mit seinen 600 oder so Mitarbeitern finanzieren. Damit ist das WEF das Sprachrohr der wichtigsten Wirtschaftskräfte der Welt und gibt deren Wünsche in die Ränge der internationalen Politik weiter.
Da die Akteure des WEF und anderer, vergleichbarer Think Tanks, NGOs und regierungsübergreifender Gruppen sich immer wieder begegnen, in Arbeitsgruppen der UN oder anderer Organisationen zusammenarbeiten, entsteht hier, jenseits und neben jeder demokratischen Kontrolle eine Art paralleler Weltregierung. Es kommen noch Einzelakteure hinzu wie Peter Thiel, der Schöpfer von Palantir, oder Elon Musk, der mit seinem Space-X Unternehmen gerade den Orbit kolonisiert. Diese und einige andere können allein aufgrund ihrer schieren Finanzmacht sehr großen Einfluss geltend machen.
Am Ende verlässt man die Lektüre von Nordangårds Buch etwas deprimiert und hilflos. Ich empfehle es dennoch auf alle Fälle, schon allein wegen der Fülle an detaillierter Information und wegen der schonungslosen Analyse. Denn wir müssen tatsächlich die Augen aufmachen. Wenn man das Grundproblem der digitalen Kontrolle mal verstanden hat, dann kann man sich leichter gegen alle möglichen Übergriffe wehren.
Es hat den Anschein, dass die neue Weltregierung schon soweit vorbereitet ist, dass wir eines Tages zu einer Radionachricht aufwachen werden, in der die Abschaffung der Nationalstaaten und die Einsetzung einer Notstandsregierung unter dem Dach der Vereinten Nationen verkündet wird. Nordangård meint zwar, es sei noch nicht zu spät; wir sollen uns widersetzen und nicht mitmachen. Das empfinde ich als eine Schwäche des Buches und als einen etwas billigen Schluss. Was wir bräuchten wäre
Eine Alternative
zumindest in Grobausführung. Ich habe nach der Lektüre dieses Buches den Eindruck, dass der allgemeinen Tendenz zu einer Zentralisierung von Macht und Exekutive im historischen Licht wenig entgegensteht. Wird in der kommenden Welt noch ein Platz für souveräne Einzelstaaten sein wie bisher? Vielleicht, wenn diese sich zu kleineren funktionierenden Verbünden im Sinne einer multipolaren Welt zusammenschließen.
Vielleicht ist es auch gut, wenn Länder Souveränitätsverzicht leisten um einer größeren gemeinsamen Aktionsfähigkeit willen. Ein Internationaler Gerichtshof, der international begangene Verbrechen verfolgt; vielleicht sogar ein internationales Steuersystem, das Geld aus einzelnen Ländern bündelt und für gemeinsame Aufgaben sicherstellt; möglicherweise sogar eine internationale Eingreiftruppe, die bei unilateralen Kriegszügen oder Piraterie aktiv wird; evtl. auch ein Gesundheits- und Hilfswesen, das subsidiär bei Katastrophen vor Ort ist. Oder Überwachungen von illegaler Rodung, Landnahme oder Schürfung. Dies, und vieles andere mehr würde mir einleuchten. Aber all dies müsste unter eine durchgängige demokratische Kontrolle und Rückverantwortung gestellt werden. Die derzeit spürbaren oligarchisch-elitären Tendenzen müssten deutlich zurückgestutzt werden. Vielleicht wäre tatsächlich ein Weltparlament eine Lösung, aber nicht als beratendes Abnickgremium, wie es in derzeitigen Entwürfen vorgesehen ist (S. 172 ff.), sondern als Repräsentant des Souveräns, der Bürger der Welt, sozusagen.
Wie könnte sich das zusammensetzen? Jedes Delegationsverfahren würde politischer Einflussnahme Tür und Tor öffnen. Denn delegiert würden von einzelnen Ländern jene, die dort ohnehin schon für regierungsfreundliche Mitarbeit bekannt sind; bewährte Berufspolitiker, abgehalfterte Staatssekretäre oder Minister. Das würde aus nationalem Sumpf nur internationalen Sumpf machen. Man müsste sich was Neues einfallen lassen. Oder was neues Altes, z.B. echtes Losverfahren, wie im alten Athen; ich habe in meinem Corona-Roman „Verschachtelte Wahrheit“ über eine mögliche Gesellschaft auf dieser Basis ausführlicher geschrieben [3]:
Diejenigen, die bereit sind, ein Land zu repräsentieren, melden sich. Aus diesen wird je nach Grösse des Landes eine bestimmte Zahl per Losverfahren ausgewählt. Es wird also mehr chinesische Repräsentanten als österreichische geben. Da die Leute, die sich zur Verfügung stellen, höchstwahrscheinlich sehr unterschiedliche politische Meinungen haben und ein Losverfahren einigermaßen gerecht ist, wird sich das Weltparlament aus einer bunten Truppe zusammensetzen.
Es kann dann durchaus eine Zusammenarbeit mit professionellen Verwaltern geben, die Historie, Sachkenntnis und Kenntnis der Möglichkeiten einbringen können. Im Verein mit diesen Profis könnten die erlosten Repräsentanten der Länder den legislativen Rahmen erarbeiten und die Verantwortung der exekutiven Organe überwachen. Da die Repräsentanten in regelmäßigen Zyklen ausgewechselt werden, wird es keine Berufspolitikerkaste geben, die anfällig für Bestechung oder schmutzige Geschäfte wäre. Man könnte diese Repräsentanten durch eine internationale Steuer bezahlen. Sie würden den Mittelwert dessen verdienen, was sie bisher hatten plus eine Zulage für Lebenshaltung im Ausland bzw. Reisen.
Die Exekutivorgane würden durch dieses Weltparlament gewählt bzw. bestimmt werden. Die bisherigen Stakeholder – große Firmen, NGOs, etc. – dürften sich in Konsultativverfahren offen einbringen, hätten aber keine Entscheidungsgewalt mehr. Diese läge beim Parlament oder bei Fachgremien, die durch Parlamentarier und einige Verwaltungsfachleute besetzt wären.
Ich finde, wenn schon Weltregierung, dann in etwa entlang dieser Linien. Auf jeden Fall sollte man eine Zentralgewalt so schlank wie nötig halten und ihr die Möglichkeit, ins Leben des Individuums hineinzuregieren so schwer wie möglich machen. Gemäß dem Subsidiaritätsprinzip sollten so viel Kompetenzen wie möglich in der Hand der regionalen und nationalen politischen Strukturen verbleiben. Macht, die sich einmal verfestigt hat, gibt so schnell nicht wieder auf.
Vielleicht brauchen wir aber auch gar keine Zentralgewalt? Vielleicht genügt es, wenn es gute Kooperations- und Koordinationsgremien gibt, in denen man sich gegenseitig informiert, Handlungen abstimmt, Redundanzen vermeidet, Prioritäten bespricht und Ergebnisse erzielt, die dann jedes Land zurücktragen kann, wo demokratisch legitimierte Entscheidungsträger darüber befinden, was umgesetzt wird und was nicht, eine UN im Taschenformat gewissermaßen, wie bisher, nur besser organisiert, transparenter und den Bürgern dienend, nicht ihrer eigenen Grandezza.
1. Nordangard J. Der globale Staatsstreich: Die Agenda, die Akteure und die Methoden hinter der weltweiten Machtübernahme. Rottenburg: Kopp Verlag; 2025.
2. Nordangard J. Rockefeller: Controlling the Game. New York: Skyhorse; 2024.
3. Walach H. Verschachtelte Wahrheit. Ein Corona-Roman. Swalmen, NL: Etica Media; 2024.
4. Kennedy PR. Parlament der Menschheit: die Vereinten Nationen und der Weg zur Weltregierung. München: Beck; 2007.
5. Lindzen RS. An oversimplified picture of the climate behavior based on a single process can lead to distorted conclusions. The European Physical Journal Plus. 2020;135(6):462. doi: 10.1140/epjp/s13360-020-00471-z.
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