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Long-COVID versus Post-Vac: Wo sind die Daten?

veröffentlicht am 08.06.2026 von Team Redaktion

Neue Studien und Fachdebatten stellen das bisherige Verständnis von Long COVID zunehmend infrage. Wissenschaftler diskutieren, ob Long COVID überhaupt als klar abgrenzbares Krankheitsbild existiert und wie eine verlässliche Unterscheidung zu Post-Vac-Erkrankungen erfolgen kann. Aktuelle Veröffentlichungen sowie parlamentarische Antworten der Bundesregierung zeigen, dass bislang einheitliche Definitionen und belastbare Daten fehlen – und befeuern damit die Diskussion über Ursachen, Diagnostik und politische Einordnung der Erkrankungen.

Eine aktuelle, in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass pädiatrisches Long COVID kein einheitliches Krankheitsbild darstellt. Kritiker sehen darin eine Bestätigung ihrer bereits seit längerem vertretenen Auffassung, dass Long COVID keine klar definierte, eigenständige Erkrankung sei. Die Ergebnisse der Studie wurden jüngst im Deutschen Ärzteblatt aufgegriffen.

Bereits im September 2023 hatte das Fachmagazin The BMJ in einem Artikel die bestehenden Long-COVID-Definitionen der Gesundheitsbehörden als problematisch bezeichnet und darauf hingewiesen, dass der Begriff unscharf verwendet werde.

Auch das Magazin Multipolar griff das Thema am 24. April kritisch auf. Demnach könne die Bundesregierung keine Angaben dazu machen, wie viele Long-Covid-Betroffene zuvor gegen Corona geimpft wurden und nach welchen Kriterien Long COVID von Impfschäden (Post-Vac) abgegrenzt werde. In Antworten auf parlamentarische Anfragen verwies die Bundesregierung darauf, dass bislang keine etablierten klinischen Falldefinitionen für beide Krankheitsbilder existierten.

Besonders deutlich äußerte sich Prof. Klaus Steger, Vorstandsmitglied des Vereins MWGFD. Er erklärte gegenüber Multipolar, eine klare Unterscheidung zwischen Long COVID und Post-Vac sei „politisch nicht gewollt“. Zudem kritisierte er die aus seiner Sicht unscharfen Definitionen sowie die starke Forschungsförderung für Long-COVID-Projekte, während mögliche Impfnebenwirkungen deutlich weniger Aufmerksamkeit erhielten.

Weitere Diskussionen löste eine 2024 veröffentlichte Studie aus dem australischen Bundesstaat Queensland aus. Dort wurden über 5.000 Personen nach verschiedenen Atemwegsinfektionen untersucht. Die Autoren berichteten, dass sich die langfristigen Beschwerden nach COVID-19 nicht wesentlich von denen nach Influenza oder anderen Atemwegserkrankungen unterschieden, und stellten deshalb die Verwendung des Begriffs „Long COVID“ infrage.

Auch das Bayerische Ärzteblatt wies im September 2024 darauf hin, dass unter bestimmten Umständen Symptome, die als Long COVID eingeordnet werden, auch im Zusammenhang mit Impfkomplikationen betrachtet werden könnten.

Die wissenschaftliche Debatte um die fehlende klar definierte Grenze zwischen Long-COVID und Post-Vac wird damit erneut angefacht und stellt das politische Narrativ zunehmend in Frage. Zur weiteren Klärung werden dringend belastbare Daten zum Impfstatus von Long-COVID Betroffenen benötigt.


Quellen:
https://www.nature.com/articles/s41467-026-72224-y
https://www.aerzteblatt.de/search/result/2e5e1714-91fa-41d7-81be-ca699fe1fdf7
https://multipolar-magazin.de/meldungen/0404
https://www.bayerisches-aerzteblatt.de//inhalte/details/news/detail/News/post-vac-syndrom-langfristig-krank-nach-covid-19-impfung.html
https://bmjpublichealth.bmj.com/content/bmjph/1/1/e000060.full.pdf
https://ebm.bmj.com/content/29/3/142


Bildquelle: generiert mit KI-Unterstützung

MWGFD
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