veröffentlicht am 23.02.2026 von Team Redaktion
Peter Bickel und Johannes Clasen im Gespräch mit Bernhard Lassahn im Kontrafunk
In der Sendung „Unter Freunden“ spricht Bernhard Lassan mit Johannes Clasen und Peter Bickel über die Arbeit des Vereins MWGFD sowie über die gesellschaftlichen Folgen der Corona-Politik und insbesondere über Menschen, die durch die Impfung geschädigt wurden.
Gründung und Selbstverständnis des Vereins
Der Verein sei, so Clasen, ist relativ früh in der Pandemie entstanden. Ausgangspunkt war die kritische Auseinandersetzung einzelner Ärzte mit der politischen Linie. Ziel war es, „eine alternative Position darzustellen“ und wissenschaftliche Einwände öffentlich zugänglich zu machen.
Der MWGFD begann, Pressesymposien zu veranstalten, bei denen Mediziner und Wissenschaftler ihre Sicht präsentierten. Dabei kritisiert Clasen deutlich die Rolle der etablierten Medien:
„Die eingeladenen Mainstream-Medien haben das immer ignoriert – so wie es bis heute eigentlich ist.“
Gleichzeitig haben alternative Medien intensiv berichtet. Der Verein versuchte, „aus dem Nichts heraus Pressearbeit zu machen“.
Zwei Säulen: Wissenschaft und Betroffene
Clasen beschreibt zwei zentrale Arbeitsbereiche:
1. Wissenschaftliche Kritik
Der MWGFD hat versucht, aktuelle Forschungsergebnisse kritisch zu beleuchten, etwa zu Zulassungsstudien oder möglichen Verunreinigungen. Dabei geht es um den offenen Diskurs:
„Wissenschaft ist ja auch, Thesen aufzustellen – zu untersuchen: War die Impfung hilfreich? Ja oder nein?“
Er beklagt, dass abweichende Positionen nicht ernst genommen würden:
„Alle, die diese Dinge feststellen und benennen, werden ja nach wie vor nicht im öffentlichen Diskurs ernst genommen.“
2. Interviews mit Betroffenen
Seit Herbst 2023 liegt ein Schwerpunkt auf Interviews mit Menschen, die gesundheitliche Probleme nach der Impfung schildern. Clasen moderiert diese Gespräche. Seine Aufgabe ist es nicht, medizinische Ratschläge zu geben, sondern zuzuhören:
„Das ist das, was wichtig ist. Für mich brauchen wir wirklich wieder eine Sprachkultur, in der diese längeren Dialoge möglich sind.“
Er betont die Bedeutung des Erzählens:
„Gerade im Sinne einer Aufarbeitung sollten Menschen ihre Geschichte erzählen können. Das ist für mich die absolute Basis, um sich verstanden zu fühlen.“
Viele haben massive Erfahrungen gemacht – gesundheitlich wie sozial. Manche haben sich impfen lassen, „weil sie sonst ihren Beruf verloren hätten“. Andere aus Angst. Wieder andere aus gesellschaftlichem Druck. Diese Spaltungen müssten überwunden werden:
„Wir müssen jetzt wieder in einen Dialog kommen. Das verstehe ich unter einem demokratisch-friedlichen Prozess.“
Fehlende Anerkennung und medizinische Probleme
Ein wiederkehrendes Thema ist die aus Sicht der Gesprächspartner mangelnde Anerkennung von Impfschäden. Clasen berichtet, viele haben sich an den Verein gewandt, weil ihnen im Gesundheitssystem nicht geglaubt wurde:
„Da waren die Menschen dankbar dafür, dass es einen Gesprächspartner gegeben hat, der geglaubt hat, dass der Schaden, den man hat, von der Impfung kommen kann.“
Er warnt zugleich vor einfachen Heilsversprechen:
„Für mich gibt es keine Therapie, wo ich sagen würde: Das ist der Weg, den jetzt alle Betroffenen zu gehen haben. Das gibt es nicht.“
Krankheitsbilder sind „viel zu unterschiedlich“. Deshalb wäre eine wissenschaftliche Studie wichtig – die jedoch derzeit an fehlenden Ethikvoten scheitert.
Rolle der Website
Peter Bickel beschreibt seine Aufgabe als Aufbau eines professionellen Internetauftritts. Er ist gewissermaßen das „Internet-Sprachrohr“. Wichtig ist ihm, dass die Seite nicht amateurhaft wirkt, sondern strukturiert und zugänglich ist.
Neben Videos gibt es ausführliche Textzusammenfassungen. Zudem können Betroffene ihre Geschichte einreichen. Viele wollten „wirklich das loswerden“, sagt Bickel.
Die Kommentare unter den Videos zeigten eine große Bandbreite:
„Es gibt ganz viele Danksagungen … Und dann gibt es auf der anderen Seite auch welche, die sagen: naja, selbst schuld.“
Solche Kommentare werden moderiert, da sie verletzend sind – gerade für Menschen, die ohnehin gesundheitlich stark belastet sind.
Medienkritik
Bickel schildert seine zunehmende Enttäuschung über etablierte Medien. Er habe Faktenchecks überprüft und Fehler festgestellt, die nicht korrigiert worden seien.
„Wenn man einmal so ein bisschen begonnen hat zu graben, dann merkst du so viel, was nicht stimmt.“
Er hat Journalisten zu Symposien eingeladen – „aber es kam keine Reaktion. Null.“
Inzwischen glaubt er:
„Mittlerweile glaube ich wirklich, das ist nicht reformierbar.“
Trotzdem will er weitermachen – unabhängig von Reichweite:
„Ich will das machen, was ich für wichtig halte. Und wenn das nur 20 oder 30 Leute sehen, dann will ich das trotzdem weitermachen.“
Verzeihen und Verantwortung
Ein emotionaler Teil des Gesprächs dreht sich um Verzeihen. Clasen differenziert zwischen politischer Verantwortung und zwischenmenschlicher Ebene.
Zum oft zitierten Satz „Wir werden uns viel zu verzeihen haben“ sagt er:
„Ich weiß nicht, was ich Herrn Spahn zu verzeihen habe.“
Verzeihen setzt ein Schuldeingeständnis voraus:
„Zum Verzeihen gehört das Schuldeingeständnis, das ist der offene Dialog.“
Bei den Betroffenen gebe es eine große Spannbreite. Manche wären bereit zu verzeihen, „wenn sie nur diese Anerkennung oder diese Hilfe erfahren“. Andere sehen auf höherer Verantwortungsebene keine Grundlage für Vergebung.
Fazit
Das Interview vermittelt das Selbstverständnis des MWGFD als Gegenöffentlichkeit und Dokumentationsplattform. Bickel sieht die Rolle zunehmend archivisch:
„Inzwischen liegt eigentlich alles auf dem Tisch … Wir betrachten unsere Aufgabe so ein bisschen als Archivare, die dafür sorgen, dass wir dieses Material liefern können, wenn es nötig ist.“
Clasen betont die Notwendigkeit eines offenen Diskurses:
„Wenn man wirklich Hilfe haben möchte oder medizinisch im Sinne einer Wissenschaft vorankommen will, geht es doch nur über diesen strittigen Diskurs.“
Insgesamt zeichnet das Gespräch ein Bild von anhaltender Kritik an Pandemiepolitik und Medien, kombiniert mit dem Anspruch, Betroffenen Gehör zu verschaffen und langfristig eine gesellschaftliche Aufarbeitung zu ermöglichen – auf Grundlage von Dialog, wissenschaftlicher Prüfung und gegenseitigem Respekt.
